NEWS 2020

Liebe Freunde,

hier kommt nun ein weiteres Update mit vielen neuen Informationen für Euch.
Es sind jetzt nur noch 2 Wochen, bis York, Andi und Rainer endlich auf Barbados anlegen. Die Aufregung ist groß und besonders der Wille, die letzte Teilstrecke so schnell wie möglich zu schaffen. Weihnachten und Sylvester liegen hinter ihnen, und besonders in den vergangenen Wochen hatten die drei wieder einige Begegnungen mit Walen und Delfinen. Auch unzählige Fische umrunden das Boot, besonders bei den regelmäßigen Säuberungsaktionen, während derer die Jungs im Wasser sind. Diese sind notwendig, um den Rumpf und den Kiel des Bootes frei von Muscheln, Pocken und Algen zu halten, die sich dort immer wieder festsetzen. Dabei hat York schon das ein oder andere Mal Wale unter sich schwimmen gesehen.
Auch nachts haben die drei immer wieder Kontakt zur Fischwelt des Atlantiks und dies im wörtlichen Sinne. Denn es kommt zuweilen vor, das ganze Schwärme fliegender Fische über das Boot springen. Einer von ihnen ist York dabei sogar schon an den Kopf geflogen. Ansonsten bleibt nachts nicht viel zu sehen, bis auf die unzähligen Sterne, die am Himmel über ihnen leuchten. Das sind dann auch die perfekten Momente für lange Gespräche und ab und zu sogar ein paar Extrastunden Schlaf 😉
Leider ist das Übertragen von Bildern und Videos mit dem speziellen Gerät (Bgan), das York, Andi und Rainer an Bord haben, noch immer nicht möglich, aufgrund des Seeganges, der eine konstante Verbindung zum Satelliten erschwert. In den ersten paar Wochen wurden Crew und Boot ja auch gleich enorm durchgeschüttelt, wie wir schon im ersten Update geschrieben haben. Dieser Zustand hat sich in der Tat erst seit Weihnachten etwas beruhigt. Während dieser stürmischen Zeit sind auch gleich ein paar Systeme ausgefallen, wie das Tracking und die Steuerung. Hinzu kam, dass das Steuerruder aus der Verankerung gebrochen ist, was York jedoch reparieren konnte. Tracking und Steuerung funktionieren ebenfalls wieder, wie wir alle online mitverfolgen können.

Wie gesagt, das Wetter hat sich mittlerweile soweit beruhigt, dass unsere drei nicht mehr gegen Sturm und Wellen ankämpfen müssen. Das sie uns erst nach Ihrer Rückkehr mit Bildmaterial versorgen können, tut ihnen natürlich unendlich leid. Aber Fotos und Videos machen sie trotzdem genug und so wird dann das finale Update umso umfangreicher!
Nun noch zu einem anderen wichtigen Thema: Die Gesundheit.
Wie es zu erwarten war, hatten alle drei unserer Ruderer zwischenzeitlich Probleme mit offenen Wunden an Händen, Füßen und dem Hintern. Die Hände und Füße sind inzwischen zwar verheilt und anstelle der Blasen ist nun dicke Hornhaut gewachsen, doch die Hintern sind noch immer zu stark belastet um heilen zu können. Zur Linderung der Schmerzen sitzen sie nun auf Schaffellen, die sie sich in die Unterhosen klemmen. Die antibakterielle Wirkung des Felles scheint in der Tat spürbar zu sein. Alle restliche Kleidung haben sie jedoch abgelegt. Die Temperaturen sind besonders in den letzten 10 Tagen kontinuierlich gestiegen, was den Jungs die Chance gibt jegliche Reibung auf der Haut vermeiden zu können. Dafür ist der Verbrauch an Sonnencreme entsprechend gestiegen. York hatte ja bereits in vielen Interviews angekündigt, dass sie nackt rudern wollen, und das tun sie nun auch (beinahe).
Allerdings steigt mit der Außentemperatur auch die Hitze in den Kabinen, in denen es sich mittlerweile anfühlt wie in einer Sauna. Da bringt ein regelmäßiger Sprung in den Atlantik zumindest kurzfristig etwas Abkühlung.
Aber das Erstaunlichste ist: Während der Zeit an Deck hält York auch immer wieder Ausschau nach Plastikmüll im Meer, doch zur Überraschung aller hat er noch nichts (abgesehen vom Mikroplastik, das sich nicht so leicht entdecken lässt) seit ihrer Abreise gesehen. Vielleicht ändert sich das noch in diesen letzten knapp zwei Wochen. 1000 Kilometer liegen ja noch vor Ihnen.
Erst danach können sich ihre verkrampften Hände wieder entspannen, darf durchgeschlafen und dürfen alle Annehmlichkeiten des normalen Lebens genossen werden. Aber zuvor müssen die drei lernen wieder auf festem Boden zu stehen. Ihre Beinmuskulatur ist zusammengeschrumpft und nicht mehr auf die normale Gehbewegung trainiert. Wir denken, dass dies auch noch einmal ein paar Tage dauern wird, aber davon berichten wir Euch dann im nächsten Update.

Alles Gute und bis zum nächsten Mal auf diesem Blog,

Euer H.O.T.S.-Team